[politics]

Mi 4.7.

KoZ „Schwarzes Kapital. Sklaverei – Kolonialismus – Rassismus“ Von Philipp Hanke. 19 Uhr

Mit Christoph Kolumbus war es ein Europäer, der die ersten Sklav*innen afrikanischer Abstammung in die sog. Amerikas verschleppte. Es folgten etwa 12,5 Millionen Menschen, die bis zum Verbot des transatlantischen Sklavenhandels im Jahre 1806 von afrikanischen Küsten in Richtung Westen verbracht wurden: neben dem Zucker die wichtigste „Handelsware“ der frühen Neuzeit.

Der Vortrag zeichnet diese Phase der europäischen Expansion nach und erläutert am Beispiel der profitabelsten Kolonie der Zeit – der französischen Kolonie Saint-Domingue – das Herrschaftssystem der auf der Arbeit von Sklav*innen basierenden Plantagenökonomie. Er führt aus, wie dort das rassistische System kolonialer Verwaltung in einem 12 jährigen Freiheitskampf zerschlagen wurde und in einem der Weltgeschichte einmaligen Akt einstige Sklaven einen eigenen Staat ausriefen: Haiti!

Anliegen des Vortragenden ist es, die auf Rassismus basierende koloniale Herrschaft am Beispiel Saint-Domingues zu erläutern und im Kontext der europäischen Moderne und der Bewegung der Aufklärung und des Kapitalismus zu lesen. Dabei werden sich wesentliche Momente der Entwicklung des modernen Rassismus offenbaren und damit die Radikalität der Haitianischen Revolution, ihrer Unabhängigkeitserklärung und ersten Verfassung erschließen.

Philipp Hanke ist Autor des Buches „Revolution in Haiti – Vom Sklavenaufstand zur Unabhängigkeit“ (2017).

Mo 9.7.

Evangelische Akademie (Frankfurt, Römerberg 9) Die Heinrich-Böll-Stiftung Hessen lädt ein: Fremde Freunde - Welche Wege gehen die USA und Europa? 19.00 Uhr

Mi 11.7.

Goethe-Uni (Campus Westend HZ9) 18.15 Uhr Erinnern! Wozu? Ernst Grube – Jude und Kommunist. Ernst Grube spricht mit der Filmemacherin und Historikerin Jutta Neupert, beide München, über sein Leben

Do 12.7.

AK44 Gießen 20:00 Refugee Village for Freedom: Selbstorganisation und Autonomie

– Vorstellung des Projekts Refugee Village for Freedom –

Das Projekt ist Teil eines Netzwerks von besetzten Häusern in Athen (1th.-5th. School Squat) und einer Kooperative.

Teile der Aktivisten aus den School Squats, die fast vollständig aus Menschen mit Fluchterfahrung besteht, betreiben nun seit fast einem Jahr eine Kommune ca. 80 Km von Athen entfernt. Sie versuchen dort durch Landwirtschaft die schlechte Versorgungslage der Squats zu verbessern denn der griechische Staat zahlt an diese Geflüchteten keine Sozialleistungen. Nachdem in den Squats schon Wohnen und Bildung als Bedürfnisse organisiert werden ist die Versorgung mit Lebensmitteln ein weiterer Schritt zu mehr Autonomie.

Der Vortrag soll das Projekt sowie den griechischen Kontext vorstellen, ist also zwischen einem Reisebericht und einer Analyse angesiedelt.

Fr 13.7.

Katholische Hochschulgemeinde (Siolistraße 7, 60323 Frankfurt am Main) Acordamos vivir cantando: Politisches Gespräch und widerständische Musik mit Karla Lara zur Menschenrechtssituation in Honduras. 18 Uhr

Ihre Texte sind inspiriert von den zivilgesellschaftlichen Widerstandsaktionen in ihrem Heimatland. Manche klagen an, andere beschreiben Zustände, die nach Veränderung verlangen und mobilisieren. Gegen Korruption, gegen Landraub und Vertreibung, gegen den neoliberalen Ausverkauf vor allem indigenen Gemeindelandes.

Eine EPN Hessen Veranstaltung in Kooperation mit Yanacona - kolumbianischer Kulturverein e.V., peace brigades international, Regionalgruppe Rhein-Main, Katholische Hochschulgemeinde und Ya Basta Rhein-Main.

Mi 18.7.

KoZ „Wandlungsformen des Rassismus“ Mit Adorno, Hall und Fanon zur Kritik von Critical Whiteness und Neorassismus. von Felix Riedel. 19 Uhr

Do 19.7.
Fr 20.7.

Sabot Wiesbaden 20:00 Uhr: Vortrag „Abschiebung nach Afghanistan und Angst in Deutschland“ Der Journalist Ramin Mohabat berichtet über die Situation in Afghanistan und die Probleme von afghanischen Geflüchteten

Mi 25.7.

KoZ „Negrophobie“ Grundsätzliches zum Rassismus gegen schwarze Menschen. von D. Schnittler 19 Uhr.

Die feindseligen Ressentiments, die viele weiße Menschen gegen schwarze Menschen hegen, und das Phänomen des anhaltenden, weit verbreiteten Rassismus überhaupt, werden heutzutage primär soziologisch und psychologisch gedeutet. In den Vorstellungen, auch linker Antirassistinnen und Antirassisten, erscheint der Rassismus immer wieder als eine Art ‚toxischer Volksglaube’, als bloße Herrschaftsideologie, die mit engagierter Aufklärung und staatlichen Antidiskriminierungsmaßnahmen aus der Welt geschafft werden könnte. Im Angesicht des aktuellen Wiederaufflammens rassistischer Gewalt, z.B. im Falle diverser Angriffe auf geflüchtete Menschen, reicht es jedoch nicht, die traurige Don Quijoterie vieler bürgerlich-antirassistischer und linksradikaler Kampagnen zu bejammern und dem dünnen Gehalt der gängigen Interpretationen des Phänomens zu wiedersprechen. Was zu bewerkstelligen wäre, ist zuvorderst ein Analyseansatz der ökonomisch-sozialen Totalität, die der Negrophobie und dem Rassismus bis heute ein psychisches Fundament verleiht, das offensichtlich – trotz aller antirassistischen Bemühungen der letzten Jahrzehnte – nach wie vor unangetastet geblieben ist. Im aktuellen Zustand der Krise der Weltgesellschaft, der persönlich erlebten Krise und der entsprechenden Verdummung, der ideologischen Fäulnis, des reaktionären Rückschritts und der individuellen Überforderung auch der Wohlmeinenden, ist dies ein nötiger, erster Schritt, um die lähmende Krankheit, die der Rassismus bedeutet, dereinst ausrotten zu können.

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