| Autor |
Beitrag |
Les Croquembouches
| | Veröffentlicht am Dienstag, 26. August 2003 - 13:53 Uhr: | |
„Heile, heile Gänsje...“ Der Tendenz nach ist die bürgerliche Ideologie der allseitigen Toleranz, in der jede und jeder seine Meinung, ihren Standpunkt an jedem x-beliebigen Ort kundtun dürfe, selbst dort zu finden, wo man durch eigene „Linksradikalität“ der Bürgerlichkeit zu entfliehen glaubt. Wenn linker Antisemitismus sich in körperlich-gewalttätiger Form in vermeintlich „linken Räumen“ Bahn bricht, soll die Kritik daran zwar skandalisieren, darf aber nie den Ton vergessen, der die Musik macht. Und ist er gut, so soll die Musik selbst die freundlich stimmen, die diese antisemitischen Übergriffe wohlwollend und erklärend legitimieren. Das Motto „Das regeln wir unter uns Linken“ spricht dann aus jeder sorgsam abgewogenen Silbe, die den kleinsten gemeinsamen Nenner sucht: Die „Linke“ ist der größtmögliche Ersatz der bürgerlichen Kleinfamilie. Am Ende steht der denkbar schlechteste Liberalismus: „Meine Position hat ein Recht, aber Deine Position hat auch ein Recht.“ Letztlich stehen sie eben nebeneinander. Das macht aber nichts, weil man sich ja sonst ganz gut kennt, zwar nicht besonders mag, aber beim Bierchen am Grillfeuer läßt sich allemal mit der immer schon inhaltsleeren Parole „Links sind wir doch alle!“ die Gemeinschaft wieder herstellen. Wider besseres Wissen und entgegen eigener Erfahrung klammert man sich an den „linken Diskurs“, der gefälligst macht- und herrschaftsfrei zu sein hat und in dem sich die Linken qua besserer Argumente verständigen sollen. Dieser Zwang zur alles harmonisierenden Verständigung ist Symptom der panischen Angst davor, den Bruch dort zu betreiben, wo er nötig wäre und führt zur Aufrechterhaltung der linken Szene-Familie um jeden Preis. Vor diesem Hintergrund ist wohl das Papier zu lesen, das sich zu den antisemitischen Übergriffen in AU und EXZESS scheinbar kritisch verhalten will. Weil wir genau das in Zweifel ziehen hier einige Anmerkungen zum Text: „Für die Einen ist es ein tag – für die Anderen die größte Provokation der Welt“ Der Charakter dieses Papiers bleibt zunächst unklar, weil weder ersichtlich ist, wer der Adressat sein soll, noch zu welchem Zweck es geschrieben wurde. Legt der Umstand, daß am Ende des Textes eine Einladung zu einer Veranstaltung ergeht, nahe, daß es ein taktischer Beitrag sein soll, weil nicht im Vorhinein bestimmte Leute ausgeschlossen werden sollen? Soll es ein Kompromiss sein, auf den sich auch die antideutsch angehauchten Gruppen in Frankfurt einigen könnten? Oder soll es sich eher an nicht-antideutsche Linke richten? Um was zu tun? Im ersten Absatz scheint es Antworten zu geben: Man veröffentliche den Text „...mit dem Ziel, sich in die Diskussion in der Frankfurter Linken einzumischen und in vielfältiger Form wieder politische Auseinandersetzungen zu führen. Einen ersten Beitrag versuchen wir mit dieser Stellungnahme zu liefern.“ Doch da tun sich neue Fragen auf: Welche Diskussion? Welche Frankfurter Linke? Es bleiben Floskeln, aber diese Floskeln haben Methode; sie sind nicht neu, sondern lange bekannt und allseits beliebt. Sie haben einen markanten politischen Hintergrund: Das vordergründig noble Vorhaben, sich „einzumischen“, ist im Grunde nur die Selbstversicherung, man sei noch Teil dieser Linken, die man an anderer Stelle kritisieren will. Mit der „Nachzeichnung der rechtfertigenden Argumentationslinien“ (bereits dies ein, gelinde gesagt, Euphemismus) und deren gleichzeitiger „Kritik“ verfällt der Text immer wieder in den Tonfall der wohlmeinenden Aufklärung, indem in den irrationalen Pamphleten oder Sprüchen aus dem Exzess und der AU die immanenten Widersprüche entlarvt werden sollen. Es bleibt an diesen Stellen stets die Frage, warum der Text zwar die antisemitischen Vorfälle und verbalen Ausfälle in diesen „linken Orten“ benennt, aber zum einen diesen linken Antisemitismus von den guten „linken Orten“ trennen will und zum anderen die Konsequenz nicht zieht, die er halbherzig selbst einfordert. Scheinbar nur wird „Position“ bezogen, denn vorherrschend ist das Bemühen um rhetorische Hohlformen: die VerfasserInnen wollen "klar Position beziehen", "sich in die Diskussion einmischen", "wieder politische Auseinandersetzungen führen" und dazu, ganz vorsichtig, "einen Beitrag versuchen". Ja, man ist sich sicher, so etwas "kann und darf nicht passieren" und "muss Konsequenzen in Frankfurt haben" ("dies wollen wir nicht hinnehmen"). Es ist der Jargon der Differenziertheit und der Distanz zu allen „Extremen“, der mit vorsichtig-taktischen Worthülsen dort im Trüben zu fischen versucht, wo die AutorInnen wohl meinen, noch auf verständige Augen und Ohren zu treffen. Das Entscheidende wollen die AutorInnen des Textes offenbar nicht zur Kenntnis nehmen: Daß die „Solidarität mit Israel“ eine linke Position sei (die die AutorInnen wohl gern an diesen dafür ungeeignetsten Orten verteidigen wollen), ist nichts als eine Behauptung, die von der schlechten Szene-Realität täglich widerlegt wird. Wer sich solidarisch mit Israel zeigt, findet sich recht schnell außerhalb der linken Gemeinschaft, weil die linke Szene diese Solidarität unter Strafe stellt und den Ausschluß brachial vollzieht. Wesentlich sinnvoller wäre es, an diesem Punkt die Trennungslinie zu ziehen und sich samt und sonders von dieser Linken und ihren „Räumen“ zu verabschieden und sie stattdessen mit theoretisch-praktischer Kritik zu belegen. Das will die „Stellungnahme“ aber ganz offensichtlich nicht, sondern sie will intervenieren in „Diskussionen“ und „politischen Auseinandersetzungen“, gar mit einer eigenen „Veranstaltung zur Diskussion“. Ende Teil 1
|
Les Croquembouches
| | Veröffentlicht am Dienstag, 26. August 2003 - 13:54 Uhr: | |
Wir hegen einen Verdacht. Nämlich den, daß es den AutorInnen mit ihrer Kritik am linken Antisemitismus am Ende selbst gar nicht so ernst ist, wenn sie ihrem Ziel der Aussöhnung der linken family im Wege steht. Der antisemitische Charakter der Übergriffe wird im Text schließlich zum Verschwinden gebracht, die notwendige Kritik daran heruntergebrochen auf den Vorwurf einer fehlenden „Auseinandersetzung, die die eigene Verinnerlichung bestehender Herrschaftsverhältnisse thematisiert“ – der Dalai Lama lässt grüßen. Auch das wiederum ein Nullsatz, der aber – als Konsequenz aus dem bornierten Wunsch nach „linker Rekonstituierung“ geboren – den antisemitischen Zusammenhängen schon mal augenzwinkernd ein Argument für ihre Exkulpierung an die Hand gibt. „Wenn de sachst, dat de krank bist, verzeih’ ich dir.“ (Reiner Calmund) Unter Zuhilfenahme eines didaktischen Kniffs soll den Sitzenbleibern aus Au und Exzess in Sachen linker Antisemitismus auf die Sprünge geholfen werden. Bemüht wird deshalb ein seminaristischer Strukturvergleich, der den Antisemitismus zum besseren Verständnis auch schon mal als Sexismus deklariert, um z.B. „klarzumachen“, dass man „die Provokations-Argumentation nicht akzeptiert“. Flugs zeugt die Vorstellung einer „Macht, die feige im Hintergrund agiert“ dann schließlich von einem „patriarchalen Weltbild“ statt von einem antisemitischen. Darauf, daß es den VerfasserInnen auch mit der Patriarchatskritik nicht allzu ernst ist, deutet aber nicht nur ihr instrumenteller Status innerhalb des Textes, sondern auch die wenig humorvolle Überschrift (quel faux pas!). Zu guter Letzt ist das Schlimme am Ausschluß einer israelsolidarischen Haltung aus der Linken offensichtlich die sich darin ausdrückende „Macht des Stärkeren“. Zufall? Kann es sein, daß die zuvor formulierte Kritik an den antisemitischen Äußerungen zum Übergriff in der AU gegen Ende des Textes wieder überführt wird in konsensfähigere Kategorien, weil es dann letztlich doch um den Zusammenhalt geht, um das Gemeinsame, das Verbindende? Daß Räume, Orte und Plätze schon von vornherein irgendwie links sein könnten, ist ein alter Fetisch der Linken. Darauf baut auch die chronisch wiederkehrende Sehnsucht nach der linken Heimstatt für versprengte Alt- und Junglinke, die es in Ermangelung inhaltlicher und personeller Stringenz nach „politischen Räumen“ verlangt. Damit ist angelegt, was im Text auch prompt erfolgt, nämlich die Umdeutung der Nutzung eines Raums in ein ihm innewohnendes Wesen, in einen „Ort progressiver linker Praxis“, an dem es der Menschen gar nicht mehr bedarf. Hat man einmal in solchen Humbug sich verrannt, bleibt nichts mehr übrig, als um die „linken Räume“ zu kämpfen, die um keinen Preis aufgegeben werden dürfen, ginge doch mit den Räumen auch gleich die eigene linke Identität verloren. Blind und prinzipiell wird den „Hausmeistern“ in AU und Exzess ein „Hausrecht“ zugestanden, das den Rausschmiss von „Personen aufgrund von rassistischen, sexistischen oder faschistischen Aussagen“ legitimieren soll. Daß in dieser Aufzählung die antisemitische Aussage oder gar antisemitische Gewalt völlig fehlt, entlarvt die politisch korrekte Dreifaltigkeit als das, was sie hier sein soll: signalhaft einschnappende Wörter, die den linken Konsens vorbereiten sollen. Selbstverständlich ist es Ausdruck armseligsten Ticketdenkens und zugleich auch demagogisch, wenn auf einem Exzess-Plenum Leute aus Frankfurt mit Äußerungen oder Personen der Berliner Zeitschrift „BAHAMAS“ identifiziert werden, um sie aus der Linken ausschließen zu können. Genauso unsäglich ist es aber, daraufhin diese Zuschreibung brüsk und empört von sich zu weisen und damit das beliebte Bahamas-Bashing der autonomen Szene, auf das genau nämlich die Mainstream-Linke sich verlassen kann, zu antizipieren und reflexhaft zu exekutieren: Die auf dem Plenum geforderte Distanzierung von der „Politik einer mit den Betroffenen in keiner Weise verbundenen bundesweiten Zeitung“ wird dann eben doch noch vollzogen. Stillschweigend wird damit der Eindruck bestätigt, der Rauswurf wäre schon in Ordnung gewesen, wenn es die „Macker“ aus Berlin gewesen wären, die da ge„tag“t haben, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, daß das Draufschlagen auf die Bahamas eben auch aufgrund ihrer Israel-Solidarität erfolgt. Merkwürdig ambivalent liest sich deswegen die Aufreihung der vermeintlichen Positionen der Berliner Zeitschrift („für Bush, für Nationalismus, für Rassismus, für Täterschützer, für Sharon und vor allem gegen die Linke“), geradeso, als ob die AutorInnen des Papiers diesen Blick nach Berlin teilten. Ende Teil 2
|
Les Croquembouches
| | Veröffentlicht am Dienstag, 26. August 2003 - 13:55 Uhr: | |
Im Grunde geht die Kritik in diesem Text nur soweit, der Exzess- und AU-Szene eine verweigerte Auseinandersetzung mit linkem Antisemitismus vorzuwerfen, – also das, was man seit zehn Jahren auch schon aus der Arranca! wissen könnte – in der Hoffnung, alles würde sich zum Besseren wenden, so diese Auseinandersetzung denn endlich stattfände. Der Bruch, den man wieder einmal nicht zu vollziehen wagt, würde hingegen bedeuten, den Duktus der Empörung abzulegen zugunsten eines realistischen Blicks auf die „großen Teile der Frankfurter Linken“, von denen am Ende des Textes die Rede ist und damit die autonomen Familien in Exzess, Au und anderswo genau derselben Kritik zu unterziehen wie den Rest der deutschen Gesellschaft, der sie unlösbar verbunden sind, wie „antibürgerlich“ sie auch immer sich wähnen. „Links sein heißt Debatte und Streit.“ Wohlwollend mag man anerkennen, daß „Links sein“ also bedeuten kann, um die Wahrheit zu ringen. Um Wahrheit geht es den AutorInnen aber nicht: Das Links sein geht offenbar über den Streit hinaus auch jenseits gemeinsamer Erkenntnis. Die Einheit der Linken wird vom Dissens nicht zerstört, sondern bestätigt sich im circulus vitiosus: „Links sein heißt Debatte und Streit.“ Dahinter steht der alte Irrglaube der Linken, daß das Bekenntnis zum Links sein als solches bereits für Emanzipation, für Freiheit stünde. Da mögen die im Text aufgezählten „Entgleisungen“ der Frankfurter Szene als störend wahrgenommen werden, aber nur in der Hinsicht, als sie das Links sein beschädigen, ihm widersprechen und deshalb die Szene über Debatte und Streit wieder zum wahren Links sein gebracht werden muss. Das ist nicht mehr als das bekannte Selbstmissverständnis: „Wir sind die Guten!“ Wenn die AutorInnen aber nicht um die Setzung einer eigenen linken Identität herum zu kommen scheinen: Wäre es da nicht konsequenter gewesen, zu schreiben: „Links sein heißt, Solidarität mit Israel zu üben“ oder „Links sein heißt politische Kritik des Antisemitismus“? Einmal abgesehen von der oben genannten Fragwürdigkeit solcher Setzungen, sind diese Formulierungen eben nicht mit einem durchschnittlichen linken Selbstverständnis zu vereinbaren, aber genau das ist der Grund, warum sie hier unterbleiben und der Platz frei bleiben muß für das Angebot an die große linke Gemeinde Frankfurts, das nichts aussagt außer: Wir sind doch welche von Euch! Les Croquembouches Gruppe Morgenthau eine Fraktion der Feministisch Autonomen Unifrauen AK Kritische Theorie autonome liste café kurzschlusz Antifa Giessen Autonome Antifa Würzburg Antifa-Referat TU Darmstadt AStA TU Darmstadt Gruppe s.p.a.g.a.t. (Ffm)
|
no:name
| | Veröffentlicht am Dienstag, 26. August 2003 - 14:27 Uhr: | |
die bahamas ist nicht israel-solidarisch, sondern hat ein paternalistisches verhältnis gegenüber israel bzw. juden. wer dem antisemitischen linksdeutschen mob gesprächsbereitschaft signalisiert gehört kritisiert. doch genauso müssen diejenigen kritisiert werden, die das deutsche projekt "bahamas" in schutz nehmen. das sind nämlich zwei seiten der selben medaille. |
going:public
| | Veröffentlicht am Dienstag, 26. August 2003 - 14:40 Uhr: | |
putzige selbstzerfleischung der sogennaten antideutschen szene - wann wird eigentlich der bruch in eben dieser von der b-hamas oder ihren jüngern gefordert ? oder ist das schon die aufforderung sich vom linksdeutschen-antisemitischen teil der "eigenen" antideutschen szene zu trennen ?
|
pop [reklamation]
| | Veröffentlicht am Dienstag, 26. August 2003 - 14:42 Uhr: | |
"seid ihr die judäische volksfront ?" "verzieh dich! judäische volksfront! pah! wir sind die volksfront von judäa!" ... "...spalter"
|
selou
| | Veröffentlicht am Dienstag, 26. August 2003 - 15:39 Uhr: | |
was ist eigentlich an der überschrift des tag-papiers sexistisch? schon lustig, einen solchen vorwurf ausgerechnet aus der ecke der verteidigerInnen der infantilen inquisitin zu hören. |
G.NOSSE
| | Veröffentlicht am Dienstag, 26. August 2003 - 15:47 Uhr: | |
@ AutorInnen Da stimmt was nicht: Ihr müsst da was verwechselt haben, denn man hat das Gefühl, dass ihr ein anderes Papier kritisiert, als das was vorgebt, zu kritisieren... |
croque
| | Veröffentlicht am Dienstag, 26. August 2003 - 15:47 Uhr: | |
@selou keine albernen zuschreibungen bitte. zur überschrift empfehle ich eine analyse der duplo-werbung. |
salmineo
| | Veröffentlicht am Dienstag, 26. August 2003 - 15:54 Uhr: | |
Immerhin spannend zu sehen das die 'Berandung' der eigenen Scene auch hier nicht weiter draussen gesehen wird als im unmttelbaren Kontext der 'Zuschlagenden'. Fehlt noch die Morgenland Version, die Les Croquembouches basht, weil die mit ihrer milden kritik quasi ein über sinistra! verlängertes Angebote in die Radikale Linke hinein machen... Über die Schnittmenge s! mögen sie dann doch in der Disko bleiben, mehr als Bedenkenträger wollen sie auch nicht darstellen. Viel 'Lieber' abgefaßt, als allgemein erwartet. |
concrete head
| | Veröffentlicht am Dienstag, 26. August 2003 - 16:05 Uhr: | |
Hast du gehofft, als Oberantisemit gedisst zu werden, damt die sinistra sich weiter als Opfer fühlen kann? "Allgemeine Erwartungen" sind ja in der Regel doch nur Projektionen eigener Antriebe, nicht wahr? Übrigens ist das alles andere als "lieb". Nur verzichtet der Text auf allzu krasse Vokabeln. Der Schluß läßt aber an Deutlichkeit kaum zu wünschen übrig, was eine Kritik am linken Selbstverständnis der AutorInnen der "für die einen"-Stellungnahme angeht. Übrigens muß die Intention eines Textes auch nicht sein, die Angesprochenen zu großen Schweinen zu erklären. In diesem Fall scheint den AutorInnen von "Heile Heile Gänschen" es gereicht zu haben, den Adressaten zu erklären, dass sie identitäre Kuscheldeppen sind, denen ihre Einbettung in die Szene wichtiger ist als die Kritik des Antisemitismus. So lieb ist das... :-) |
hm
| | Veröffentlicht am Dienstag, 26. August 2003 - 17:31 Uhr: | |
erklärung zur erklärung über die zwischenfälle, welche auf grund der erklärung über das papier, welches zur vorbereitung auf die zu klärenden zwischenfälle entstanden ist. L A N G W E I L I G unterstützt von: gruppe e.l.f.e.n.b.e.i.n.t.u.r.m ein fraktion der radikal feministischen adornitinnen HUmmel antifa 3 menschen aus dem inneruniversitären diskurszirkel zum verhältnis des emanzipierten menschen zum mehrwert antiintellektuelle hochschulgruppe konstanz |
Bärbel
| | Veröffentlicht am Dienstag, 26. August 2003 - 17:40 Uhr: | |
hihihi, "hm" Du hast mir den Tag gerettet |
salmineo
| | Veröffentlicht am Dienstag, 26. August 2003 - 17:42 Uhr: | |
Nun gerate ich nicht gerade in Verzückung über die 'Deut(sch)lichkeit' (cm), mit der hier ein antideutscher Sturm im Rotweinglas inszeniert wird, der - und darauf ziehlt mein Einwand - es tunlichst vermeidet selbiges umzustossen und den (Katzen)Tisch zu benässen, an dem noch gemeinsam Platz genommen werden mag. Denn das soll wohl darunter zu verstehen sein, wenn auch Du klarstellst, es könne jetzt nicht darum gehen die 'Schweine' im eigenen sub auszudeuten. Als was outest Du Dich denn in der Argumentationslinie, wenn nicht als 'identitären Kuscheldeppen' ? Versteh' das jetzt unbekannterweise bitte nicht persönlich - meine Frage ist lediglich: Und darüber aufregen ? |
Perry
| | Veröffentlicht am Dienstag, 26. August 2003 - 17:46 Uhr: | |
@salmineo: Morgenland, Inc., und das Bündnis, das für den obenstehenden Text verantwortlich zeichnet, scheinen mir in ihren Reaktionen meilenweit voneinander entfernt. Während letztere einen "Bruch" mit der deutschen Linken fordern und nichts weiter, geht es ersteren darum, sich gegen militante Antisemiten konkret zur Wehr zu setzen (vgl. http://6000.gridzel.com/au.html): "Worum es uns einzig und allein geht, ist die Tabuisierung von antisemitischen Gewalttaten, was nur durch deren Reglementierung möglich ist. (...) Wenn Antisemiten angreifen, werden wir dafür sorgen, dass sie es nie wieder tun!" Was ich an dem Text oben auszusetzen habe, ist, dass ihm die Abgrenzung von der Linken wichtiger ist, als etwas gegen ihren Antisemitismus zu unternehmen. Das ist nur konsequent, geht es doch letztlich vor allem darum, sich der Reinheit der eigenen Identität gegen diejenigen zu versichern, die den "radikalen Bruch" mit dem Anderen noch nicht vollzogen haben. So bastelt man letzlich nur an einer neuen linken Strömung (ob sie sich selbst "links" nennt, ist dabei ziemlich gleichgültig), die eliminatorische Rassisten schon von Anfang an ausdrücklich mit einschließt. |
Borst
| | Veröffentlicht am Dienstag, 26. August 2003 - 18:38 Uhr: | |
@ Perry Salmineo hat doch das Zitat von Morgenland doch gerade gegen den Text in Stellung gebracht. Ich verstehe Dein Posting irgendwie nicht, oder sollte es kein Widerspruch sein? |
Perry
| | Veröffentlicht am Dienstag, 26. August 2003 - 19:17 Uhr: | |
@borst: mein posting hat sich mit dem von salmineo überschnitten. eigentlich war es eine antwort auf seinen/ihren vorletzten beitrag (15:45). |
concreti/pleti
| | Veröffentlicht am Dienstag, 26. August 2003 - 19:19 Uhr: | |
Concrete head bebildert die von Perry markierte Differenz zu cm unfreiwillig mit seinem "Hast du gehofft, als Oberantisemit gedisst zu werden, damit die sinistra sich weiter als Opfer fühlen kann?" - darauf reduziert es sich dann eben auch. Demgegenüber versteht sich cm wohl in einer konkreten Politikform, in der die aufgegriffenen Felder - siehe brandstiftender Mob in Babenhausen - den eliminatorischen Antisemitismus/-ziganismus (weiteres cm-projekt) ohne Kompromisse dort konfrontativ angreifen, wo er auftritt. Sprich: es gibt wohl für cm kein 'internes' Gegenüber, an dem Distinktionsgewinn durchgespielt wird. Sprüche wie "Hast Du gehofft..." erklären das ganze Projekt dann auch konsequent zur diesmal antideutschen 'internen' Veranstaltung. Insofern hat auch „Heile, heile Gänsje...“ seinen besonderen Hintersinn, gesungen wird nämlich von den Croquembouches... |
Einige von mir
| | Veröffentlicht am Dienstag, 26. August 2003 - 20:29 Uhr: | |
Liebes hm, ich bin so froh, dass es Dich gibt und möchte Dir hier auf diesem Wege - denn eine email-Addresse hast Du ja nicht angegeben - danken: für die große Freude, die Du mir mit Deinen surrealistischen Statements bereitest. Du bist für dieses Forum, was die titanic für die Linke ist: ohne euch wäre es kaum auszuhalten. Lustig finde ich auch wie das obige Papier die Knäuel-Bündnispolitik der kritiserten Stallungsnahme fortsetzt - ohne jede Ironie. Dabei ist dann zu lernen, dass sich auch Gruppen, die nur aus 2 Menschen bestehen, noch fraktionieren können. Es heißt dann halt nicht: "Einige Leute..", sondern "Eine Fraktion.." Aber aus dem letzten sinistra-Editorial wissen wir ja, dass sich selbst noch 1-Personen-Gruppen spalten können. Stichwort: "mannigfaltige Determinationsliniene" oder so. Prima! |
ganz unlinks
| | Veröffentlicht am Dienstag, 26. August 2003 - 20:39 Uhr: | |
Das ist lustig: erklärt sich jemand (z.B. concrete head) mit dem Kuschelkurs des ersten Papiers nicht einverstanden, wird ihm vorgeworfen, "straight edge" und "bösen druck" aufbauend, die sinistra auf antideutschen kurs zurückzubringen. Wenn dann die Kritik an der sinistra nicht so ausfällt, dass sie umstandslos selbst zum antisemitischen Linksmob gezählt wird, dann ist das wieder nicht recht, zu harmlos und selbst harmoniesüchtig. Was aber wäre hier geschrieben worden, wenn Croquembouches, Morgenthau u.a. die sinistra zum Komplizen der Antisemiten erklärt hätten? Ich finde die bislang geäußerte Kritik an dem Text scheinheilig und vorgeschoben (bis auf Perrys, der ist wenigstens konsequent). Oder will concreti/pleti/salmineo/mrsadornix von den croquembouches die Verdammung der sinistra lesen (nur um dann noch heftiger auf die bösen Stalinisten schimpfen zu können)? Der Vorwurf des Versinkens im eigenen Sub (Subsub oder Subsubsub) ist reichlich zirkulär, wenn er reflexhaft daherkommt wie hier. Ich bin auch nicht sicher, ob man diese Erklärung umstandslos zur internen antideutschen Veranstaltung erklären kann. Was dem Text zugrunde liegt ist das, was "atonal" im andern Thread von "concrete head" forderte: die Erkenntnis (oder die Vorstellung), dass "die Linke" ein ganz normaler Teil der deutschen Gesellschaft ist, zu dem man kein anderes als ein negatorisches (und denunziatorisches) Verhältnis haben kann. Insofern kann man die Stellungnahme auch als Aufforderung an die UnterzeichnerInnen des ersten Papiers verstehen, sich dazu mal zu verhalten. Insbesondere die sinistra schreckt ja so ziemlich vor jeder Bekundung zurück. |
gruppe s.p.a.g.a.t.
| | Veröffentlicht am Dienstag, 26. August 2003 - 20:44 Uhr: | |
@einige von mir das mit den "mannigfaltige Determinationslinien" hat das diskus/sinistra-Papier ja vorgemacht. Früher nannte man das Persönlichkeitsspaltung :-) Wir finden die "Fraktion" übrigens lustig und überhaupt nicht unironisch. Vielfältige aus der gruppe s.p.i.n.a.t.-Wanderung
|
s_diebin
| | Veröffentlicht am Dienstag, 26. August 2003 - 21:41 Uhr: | |
wenn, wie von unlinks behauptet, "die linke" nur ein ganz normaler teil der deutschen egsellschaft/gemeinschaft wäre, wie ist es dann zu erklären dass die meisten der gänsje-unterzeichnerInnen aus eben jenem teil stammen und nicht bis vor zwei jahren bei der npd oder jungen union mitmarschiert sind? hierauh hätte ich wirklich gern mal eine antwort, die über die schon tausend mal gehörten und langsam abgedroschene polemik von der verschmelzung der pole zu einer einzigen, homogenenen gemeinschaft hinausgeht. genau an der stelle liegt wohl auch der dissens zwischen tag- und gänsje-gruppen, wenn mensch da denn überhaupt eine einheitliche linie ziehen kann. |
concrete head
| | Veröffentlicht am Dienstag, 26. August 2003 - 22:06 Uhr: | |
@schubladendiebin genauso kannst du fragen, warum die mitglieder der cdu nicht früher autonome gewesen wären. sie sind trotzdem ganz normale deutsche. der dissens liegt u.a. darin, dass die "tag-gruppe" sich als teil der linken sieht, zu der sie gehört und für die sie verantwortung übernehmen möchte. sicher gibt es leute, die sich als links verstehen und die nett und politisch ok sind, mit denen man was machen kann. es ist aber dieser impetus, der auf eine einige linke zielt, der so völlig unerträglich ist. damit einher geht das ressentiment gegen alles was nicht für "links" sich erklärt. wenn die bahamas z.b. hannes stein einlädt und der haupteinwand dagegen ist, er sei eben welt-redakteur, also ein rechter - da gibt es ja massig beispiele - dann ist das ein typischer ausdruck der linken selbststilisierung als "gut". und ihr macht da mit, indem ihr "die linke szene", für die ihr euch verantwortlich erklärt für ein irgendwie rettbares emanzipatives projekt haltet und beim angebote zur diskussion machen dann eigene positionen über bord werft. dazu möchte ich von der sinistra oder von dir wirklich mal was hören (--> wohlfeiler patriarchatsvorwurf in eurem text, statt antisemitismus klar zu benennen --- und: "links sein heisst debatte und streit", so als ob man eh immer gemeinsam links sei, egal wie der dissens aussieht). soweit so kurz, ich hab jetzt keine zeit, außerdem muß ja nicht immer ich was schreiben :-) |
höchsterin
| | Veröffentlicht am Dienstag, 26. August 2003 - 22:18 Uhr: | |
immerhin ein beitrag von s_diebin, der etwas Hoffnung macht, was das Niveau und die Diskussion hier angeht. Ich meine, was die "tag"-gruppen von den "gänsje"-gruppen unterscheidet ist eben genau dies: Der Glaube, frau könne sich noch darauf verlassen, daß links irgendwie "gut" sei. So verstehe ich jedenfalls die Neigung dort, was "links sein" heißt zu definieren. Das unterstellt ja gerade implizit, daß die "Linke" besser sei als der Rest und genau das kritisiert ja der obige Text - nach meiner Einschätzung völlig zu recht. Der Vorwurf ist doch nicht "Linke sind eh wie nazis" (oder habe ich da was falsch verstanden bei Dir, s_diebin?), aber daß das "Linkssein" nicht vor manifestem Antisemitismus schützt, das erscheint mir offensichtlich und dann sollte ich doch auch keine anderen Maßstäbe anlegen als bei anderen Deppen. |
Nominalist
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 27. August 2003 - 00:17 Uhr: | |
Du liebe Güte concrete head, das war aber sehr abstrakt. Die tagger stehen doch nicht auf die Linke weil sie links heißt. Sondern weil die so bezeichneten für sehr bestimmte Positionen stehen. Oder, um nicht so unbestimmt und abstrakt zu bleiben, weil sie etwa gegen Sozialabbau und für Faulenzen, gegen Lohnarbeit und für organsierte Schlepperbanden sind. Weil sie den Rassimus der Straße ebenso bekämpfen, wie sie den des Staates kritisieren. Weil sie etwas gegen die Herabwürdigung weiblicher Menschen unternehmen und eingesehen haben, dass Zweigeschlechtlichkeit nicht vom Himmel gefallen ist. Und obendrei trennen sie noch ihren Müll. Alles Positionen, die andere Linke, die keine Linke mehr sein wollen, nicht teilen. Sie verbinden eine konsequente Kritik des Antisemitismus mit eben der Meinung, dass die "Palis" ein deutsches Mordkollektiv sind, dass deutsche Kriege antideutsch sind, sofern sie sich gegen den Islamismus richten, und dass die Zurichtung des weiblichen Körpers nach Maßgabe sexistischer Normen eine prima Emanzipation sei, die wir dem WERT zu verdanken hätten, während aller Widerstand dagegen fundamentalistischer Neid sei. Deswegen ist immer noch gut, sich auf den Begriff "links" zu beziehen, weil sich "in seinem Namen" sowohl der eine wie der andere Unsinn kritisieren lässt. |
concrete head
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 27. August 2003 - 00:36 Uhr: | |
auch nominalisten dreschen manchmal phrasen und üben sich in wirren zuweisungen. was du sagen wolltest war das: bahamas-antideutsche verstoßen gegen den linken kanon des guten, weil sie frauen vergewaltigen oder die vergewaltiger schützen (merke: antideutsche sind männer oder mannweiber), weil sie araber hassen und auf deutschlands straßen nach ihnen spucken, weil sie die abschiebepraxis des deutschen staates mit zähnen und klauen verteidigen, sich gar als abschiebepiloten zur verfügung stellen, weil sie immer nur deutsche ami-atombomben auf exotische länder schmeissen wollen während sie in die folterstaaten abschieben, die anschließend die bömben abkriegen. nebenbei sind sie noch fleißige apologeten der verkauften arbeitskraft, weil sie cola trinken und die dosen einfach in den hausmüll werfen, womit sie die faulheit auf deutschlands straßen torpedieren. dagegen sind die guten: die linken! und du bist eine von ihnen, du gute. verzieh dich nach indymedia oder ins ex, da gehörst du hin. |
Perry
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 27. August 2003 - 02:27 Uhr: | |
identitäten haben den leidigen nachteil, dass die sich darunter versammelnden dazu neigen, sich gegenseitig zu entlasten und kritik bestenfalls in der form der solidarischen ermahnung zu dulden. identität ist die naturgemäße vergesellschaftungsform des rackets. wir müssen uns aber doch nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich hierin beide seiten in der diskussion wie ein ei dem anderen gleichen. die art und weise, wie hier die kritik am eliminatorischen rassismus der bahamas-redaktion (ihr sexismus ist dagegen fast schon eine jugendsünde) abgewehrt wird, ist die typisch identitäre verhaltensweise des rackets, das seinen mitglieder absoluten schutz gegen jeden angriff von außen gewährt. gleichzeitig wird jeder, der sich den verhaltensregeln des rackets nicht beugt, mit jakobinischem terror überzogen, "exorziert", wie die BAHAMAS das nennt. hier konkurrieren zwei rackets miteinander: die "linke" und die "antideutschen". es geht in der diskussion ganz offensichtlich überhaupt nicht darum, wie man sich am besten gegen die gewalttätigen antisemiten in der AU zur wehr setzt, sondern welchem racket die "sinistra!" denn nun künftig zugehören soll. dass sie "verantwortung für die linke" übernehmen will, macht sie, ganz unabhängig von den inhalten, die sie nach wie vor vertritt, zu "ex-antideutschen". denn man kann nur einem von zwei konkurrierenden rackets angehören! |
Perry
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 27. August 2003 - 02:41 Uhr: | |
im übrigen: ich warte nur, dass der Borst mir endlich ausgabe 39 der BAHAMAS mitbringt. dann werde ich euch dort mal nachschlagen, was zwei bahamas-autorInnen (Lea Lichtenberg und Uli Krug) zum thema abschiebung geschrieben haben. selbstverständlich wäre die BAHAMAS für die abschiebung von migrantInnen aus islamischen ländern. nur - leider, leider! - traut sie dem deutschen staat nicht zu, hier ordentlich zu selektieren. deswegen hat sie den vorschlag dann auch am ende verworfen. insofern hast du ganz recht, concrete head: der BAHAMAS kann man den vorwurf, dass sie für abschiebung wäre, nicht machen, jedenfalls nicht, wenn man ganz korrekt bleiben möchte. schließlich war es nur so ein gedankenspiel! |
concrete head
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 27. August 2003 - 11:45 Uhr: | |
Du hast vergessen zu erwähnen, dass der eliminatorische Rassismus der Bahamas so weit geht, dass sie Moslems in Vernichtungslager deportieren möchten. Als intellektuelle Bricolage bist Du völlig immun gegen jedes Racketdenken und Deine in der Tat vollkommen paranoide Abgrenzung gegen die Bahamas (um die es in dieser Debatte hier eigentlioch nicht einmal geht, die aber immer herangezogen werden muss, wenn man richtig vom Leder ziehen will) ist Produkt überparteiischer Rationalität. Eine Kritik an den AutorInnen obiger Erklärung könnte sich den Text als Objekt nehmen. Da das anscheinen zu kompliziert ist, wird der "eliminatorische Rassismus" einer Berliner Zeitschrift herbeihalluziniert und nebenbei den AutorInnen vorgeworfen, sie seien Fans von Vergewaltigungen und einer "Zurichtung des weiblichen Körpers nach sexistischen Normen". Und dieser demagogische Wahnsinn darf dann in diesem beleidigungsfreien Forum stehen bleiben... Dass Lichtenberg/Krug in ihrem Text über den Hass auf Oriana Fallaci (nein, ich distanziere mich nicht von ihr, egal was ich von ihr halte) die staatliche Abschiebung von Moslems erwogen hätten ist erstens für diese Debatte hier völlig irrelevant, zweitens Schwachsinn. Ich muss Dir, Perry, typisch linkes Racketdenken vorwerfen, das etwa so funktioniert wie die Vorwürfe aus dem Ex und der Au auch der sinistra entgegegn gehalten wurden: Es scheint jemand die böse Zeitschrift aus Berlin gutzufinden (Rassisten, Vergewaltiger, wir wissen es ja!), er verteidigt sie gar gegen ihm irrsinnig vorkommende Kritik (die in der Regel jeden zweiten Satz absichtlich falsch versteht) und schon ist er selbst Vergewaltiger und Rassist. Klassisches identifizierendes Denken der Linken, genau das ist es, was anzugreifen ist. Man könnte (dies ist ein Konjunktiv) über die Thesen der Bahamas diskutieren, ihren Wunsch, Bomben auf "islamische Zentren" zu schmeissen, über ihren Patriarchatsbegriff und über andere Punkte. Man könnte. Wenn nicht die Linke in so ziemlich ihrer Gesamtheit, einschließlich Perry und sinistra, in wahnhafter Projektion alles böse der Welt auf sie projizierte. Das zwingt zumindest mich dazu, die bahamas gegen den linken Wahn zu verteidigen, der ihr entgegenschlägt. @Webmistress oder schubladendiebin: solltest Du dieses Postin zensieren wollen, dann lösche es bitte vollständig zusammen mit den beiträgen von Perry und der Nominalistin. Wenn Du deren Dreck, der hier überhaupt nichts zu suchen hat stehen lässt, setze ich meinen Beitrag umstandlos wieder rein. |
Fritze
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 27. August 2003 - 11:49 Uhr: | |
@Les Croquembouches und andere: Nachfrage an die Veröffentlicherinnen des Textes: Warum wurde für die Kritik an den Verfasserinnen von 'Für die einen...' die Form eines gemeinsamen Gruppenstatements gewählt ? Was bewog die partizipierenden Gruppen dazu, auf das Paper von s! u.a. in dieser Form zu reagieren, meint: warum steht zB nicht nur 'Les Croquembouches' darunter ? Könnt ihr den Kontext/Motivation eurer Gruppenaktion erklären ? |
Grübler
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 27. August 2003 - 11:57 Uhr: | |
Die blöde Debatte über die bahamas gehört hier nicht her. Die Vorwürfe gegen Les Cr... und die anderen Unterzeichner sind an den Haaren herbeigezogen und sollen wohl von der Auseinandersetzung mit der Kritik an der sinistra ablenken - allerdings sind wohl weder nominalist noch perry von der sinistra, sie scheinen ihr eigenes Süppchen zu kochen wenn sie sich so krass und so ohne Bezug zum Themahier äußern müssen. Macht das bitte woanderst! |
s_dn
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 27. August 2003 - 12:00 Uhr: | |
@ concrete head: ich lass das jetzt mal alles so stehen, allerdings unter dem vorbehalt dass du dich in deiner ausdrucksweise mäßigst. während perry zwar meiner ansicht nach überzogene, aber immerhin noch politiche vorwürfe vorträgt, bewegst du dich ständig auf dem schmalen grat zwischen polemik und persönlicher beleidigung bzw hast jenen schon desöfteren überschritten ("identitäre kuscheldeppen", "dreck" ...). also, next time löschtaste. |
concrete head
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 27. August 2003 - 12:15 Uhr: | |
@ Fritze Der Text der diskus/sinistra-Erklärung kursierte schon seit einigen Wochen und es hatten sich GenossInnen recht verschiedener Provenienz ziemlich darüber aufgeregt. Daher die Idee, einen Text zu verfassen, der von mehreren Gruppen unterschrieben ist, um den gemeinsamen Unmut zu artikulieren darüber, dass hier mit Antisemiten gekungelt werden soll und vielleicht auch um die AutorInnen der "tag"-Erklärung von ihrer Vorstellung zu befreien, sie repräsentierten einen wesentlichen Teil des sog. linken Spektrums. Im Tilde-Forum hatte ja auch ein sinistrant geschrieben, "die gesamte Unilinke" hätte den Text unterschrieben. Das war doch etwas zu anmaßend. Dies aber nur eine Petitesse. Im Wesentlichen ist die Unterschrifenliste Folge eines Meinungsaustauschs der Unterzeichnenden. Hätte nur "Les Croquembouches" drunter gestanden, würden nicht nur die bekannten Forumsclowns sondern auch die gesamte sinistra sich darauf zurückziehen, dass ja die "antifeministischen Sexisten und Rassisten" dieser Kleingruppe sie anpinkeln würden. @s-diebin perrys "kritik" nur als überzogen zu bezeichnen, halte ich für ziemlich euphemistisch. er bringt sein lieblingsthema bei jeder unpassenden gelegenheit, um - losgelöst vom thema des threads - sich positionieren und andere dissen zu können. das ist nur im schlechtesten sinne "politisch". seine/borst behauptung über angebliche abschiebungswünsche der bahamas sind zudem allerdümmste lügen. aber wenns gegen die bahamas geht, ist es dir das auch wurscht, fürchte ich. "Beleidigungen" nicht am inhalt sondern an einigen schlüsselvokabeln festzumachen ist zudem nicht besonders schlau. |
concrete head
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 27. August 2003 - 12:17 Uhr: | |
übrigens wäre es mir wirklich lieber gewesen, du hättest den ganzen quatsch gelöscht. |
Fritze
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 27. August 2003 - 12:36 Uhr: | |
Merci Concrete Head, im wesentlichen hatte mich tatsächlich das Zeitfenster gewundert im der es zur 'Gänsje-Erklärung' kam, aber wenn das 'Tag-Paper' schon länger zirkulierte, ist es angesichts der personellen Überschneidungen auf Mailing-Listen etc. nicht verwunderlich. Die Belege für Perrys These zum Verhältnis Bahamas /Abschieberegime interessieren mich allerdings , leider ist das Lichtenberg/Krug-Paper nicht online auf redaktion.bahamas.org. Kann jemand den vielleicht kopieren, bzw. damit einen Thread öffnen ? |
s_diebin
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 27. August 2003 - 12:55 Uhr: | |
original von concrete head: "genauso kannst du fragen, warum die mitglieder der cdu nicht früher autonome gewesen wären. sie sind trotzdem ganz normale deutsche." hä? der einwand ist a) unlogisch und b) erkärt er nicht, wieso alle mir bekannten "antideutschen" sich heute noch oder zumindest in früheren jahren als "linke" angesehen haben. (ich lass die jeweiligen gänsefüsschen jetzt weg) weiterhin hat nicht die tag-fraktion, sondern nur mrs. adornix von "verantwortung übernehmen" gesprochen. ich finde diese formulierung unpassend, weil sie zum einen pädagogisch-autoritär klingt, zum anderen eine verpflichtung heraufbeschwört, der ich mich nicht unterwerfen möchte. trotzdem kann dieses verantwortunsgdenken dem tag-papier in gewisser weise unterstellt werden, und das ist mir mittlerweile ehrlich gesagt auch sehr unangenehm ;) die ursprüngliche intention des papiers war es ja, nach der fast vollkommenen niederlage auf dem ex-plenum und dem dortigen austoben des linksmobs noch einmal eine gegenposition aufzumachen, die klarstellt dass eben nicht nur die sinistra! so verrückt ist, eine kritik am linken antisemitismus zu formulieren und somit mit rechts abserviert werden könnte. am ersten vorläufertreffen waren ja auch noch einige gänse beteiligt, die aber nicht bereit waren sich dem konflikt mit nicht-antideutschen zu stellen. naja, die ursprungsintention würde ich immer noch verteidigen (dazu unten mehr), der inhalt und der ton des papiers erscheint mir jetzt aber auch als zu soft und anbiedernd, der schlusssatz ist peinlich. trotzdem kann daraus nicht geschlossen werden, dass es "der sinistra" (die eh um vieles heterogener ist als es sich nach außen hin darstellt) nun darum gehe, sich wieder mit der szenefamily zu versöhnen, die pubertäten provokationen einzustellen, vorher geübte kritik zurückzunehmen und schlussendlich wieder im au-moshpit zu landen. sowas kann nur behaupten, wer rein in dichotomien denkt (wie von perry aufgezeigt) und sich nicht mehr vorstellen kann, dass sachverhalte auch zweischneidig, ambivalent sein können und von daher keine ja/nein-lösung möglich ist. ebendas trifft auf die, oder sagen wir meine, haltung der linken gegenüber zu. sicher ist ihr zustand erbärmlich, keine frage. ihre größten projekte sind, ob gewollt oder ungewollt, nationale, sei es die beteiligung an der "friedensbewegung", der promotion der internationalen solidarität die doch meist nur den autochthonen völkern und nicht den unterdrückten als individuen zukommt, die anti-akw-bewegung mit ihrem fimmel für heimat und boden etc. kein oder kaum interesse wird hingegen einer deutschen großmachtpolitik geschenkt, deren belange am hindukusch ebenso tangiert werden wie sie sich im versuch der revision der benes-dekrete, der verweigerung der zwangsarbeiterinnenauszahlung, der unterstützung "deutscher minderheiten" in halb europa oder dem kuscheln mit hamas und co äußert. all das wird von der linken kaum wahrgenommen, während kritik am eigenen antisemitismus immer noch oft mit ignoranz oder eben brachialem ausschluss begegnet wird. schlecht steht es aber auch um die wahrnehmung neuer formen des rassismus, denen allzu oft noch ein gutmenschenlnder multikulturalismus gegenübergestellt wird, der erkenntnis über die dimension des heterosexistischen regimes oder die realisierung der simplen tatsache, dass der kapitalismus nicht irgendwo in outta space zu verorten ist, sondern alle fasern des alltags durchzieht. zu viele hängen weiter ihrem aus dem bauch heraus kommenden verständnis von dagegen sein und radikaopposition an, was oft nicht mehr als bunt-alternatives mitmachen zur folge hat. gleichzeitig wird etwa der antisemitismus der deutschen von henryk broder schärfer kritisiert als von der antifa m und hannes stein bringt den zustand der friedensvolksgemeinschaft besser auf den punkt als alle attac-mitglieder zusammen (die ja schließlich teil derselben sind). trotzdem bin ich weiterhin an theoretischen und praktischen interventionen in diese heterogene szene, die unter dem label links firmiert, interessiert. denn, wie ich schon im tag-thread schrieb, nur hier wird der anspruch verkündet, mit allen herrschaftsverhältnissen brechen zu wollen und diskriminierung und ausbeutung zu beenden. und nur leute, die ein solches interesse zumindest vorgeben, können in der hoffnung auf besserung auf die verfehlung desselben hingewiesen werden, sei es durch argumente oder wüste polemik. wenn etwa, um das beispiel nochmal aufzugreifen, die antifa f auf ihrer homepage texte vom isf zur deutschen ideologie einstellt und zur selben zeit mit einem üblen geschichtsvergessenen (und mackerhaften) plakat nach griechenland mobilisiert, so kann auf diesen widerspruch hingewiesen werden und eine klärung eingefordert werden. würde das selbe plakat von einem "x-beliebigem teil der deutschen gesellschaft" stammen, etwa der kameradscxhaft frankfurt oder den jungen liberalen, könnte nur ein weiterer ganz normaler skandal im stile von walser oder möllemann konstatiert werden, ohne die geringste erwartung einer bewusstseinsänderung. das abarbeiten an der linken geht also nicht vom naiven glauben aus, alles linke sei per se gut und progressiv in scharfem kontrast zu allem nicht-linken, sondern bemüht sich um die verbreiterung der basis emanzipatorischer kritik durch einwirken auf den ort, an dem sie noch am ehesten zu finden ist, in der verzweifelten hoffnung auf den kommunismus .... |
sdn
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 27. August 2003 - 13:04 Uhr: | |
@ concrete head: über perrys ständiges herumreiten auf bahamas und co bin ich auch nicht glücklich, trotzdem ist das kein grund ihre beiträge zu löschen. im gegensatz zu deinen, in denen ständig unbewiesene unterstellungen auftauchen. einerseits behauptest du niemand von der sinistra! zu kennen (ehrlich gesagt zweifle ich schwer daran, aber egal), andererseits weißt du genau wer im tilde-forum welche kommentare verfasst: die bösen, anmaßenden, kuschellinken stammen natürlich alle von s!. das its nicht nur völliger quatsch, sondern auch indiz für deine eingeschränkte wahrnehmung, die sich in der bemerkung über die rezeption der croquembouches als "antifeministische rassisten" fortsetzt. hör doch einfach auf mit solch dummen unterstellungen oder versuch wenigstens sie zu belegen. ansonsten wirklich, wie angekündigt, löschung. |
Borstel
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 27. August 2003 - 13:38 Uhr: | |
"Eine Kritik an den AutorInnen obiger Erklärung könnte sich den Text als Objekt nehmen. Da das anscheinen zu kompliziert ist, wird der "eliminatorische Rassismus" einer Berliner Zeitschrift herbeihalluziniert und nebenbei den AutorInnen vorgeworfen, sie seien Fans von Vergewaltigungen und einer "Zurichtung des weiblichen Körpers nach sexistischen Normen". Und dieser demagogische Wahnsinn darf dann in diesem beleidigungsfreien Forum stehen bleiben..." schrieb "Concrete Head" 1. wurde hier schon ziemlich stark am Gegenstand diskutiert und nicht einfach mal so abgewichen, wie Du es darstellst. 2. finde ich es ziemlich wichtig, Gegenstände nicht einfach abtutrennen, sondern innerhalb einer Totalität zu begreifen. Du tust aber immer so, als wenn bestimmte Personen, Positionen, Gruppen irgendwie leer im Raum stehen und deshalb völlig aus dem Zusammenhang zu begreifen wären! Dann kommt man aber zu völlig komischen Ergebnissen, wie z.B. die "Welt" als Hort zweckrationaler Vernunft zu bezeichnen, weil sie ab und zu mal was bringen, was vernünftig erscheint (was auch damit zusammenhängt, dass man verpasst hat, dass man den Frieden mit der deutschen Gesellschaft gemacht hat); oder bei Fallaci gute Sachen zu finden, die man von dem rassistischen Kontext mal mir nix dir nix abtrennt. Usw. Usw. Genau so kann man solche Stellungnahmen auch nur isoliert diskutieren und vernünftige Sachen finden. Ich kann das aber, wenn die Stellungnahme aus Kreisen stammt, die sonst Apologeten der Unvernuft sind, da nicht von ab, das alles in der Totale zu sehen. Wenn man so komisch an einen Gegenstand geht, dann findet sich in "Mein Kampf" bestimmt auch die eine oder andere richtige Stelle. Wenn ein NPD-Kader sagt, dass ein Quadrat eine Fläche mit vier gleich langen Seiten ist, dann kann ich ja auch sagen, "Nazis formulieren richtige Sachen, das muss mal ferstgehalten werden". Wenn Stoiber zum Existenzrecht Israels positiv Stellung nimmt, im Gegensatz zu manchen Linksradikalen, ja, dann kann man dazu auch mal 6 Seiten Text verfassen und feststellen, dass regressives Bewusstsein die Linke begleitet und die Bürger noch nicht so schlimm sind...usw usw Das lässt sich ewig fortführen...Quark!! |
shalala
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 27. August 2003 - 13:42 Uhr: | |
oh nein, jetzt fängt die diskose auch noch bei x-berg.de an ;) |
mrs adornix
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 27. August 2003 - 13:44 Uhr: | |
>trotzdem kann dieses verantwortunsgdenken dem tag-papier in gewisser weise unterstellt werden, >und das ist mir mittlerweile ehrlich gesagt auch sehr unangenehm ;) >die ursprüngliche intention des papiers war es ja, nach der fast vollkommenen niederlage auf dem >ex-plenum und dem dortigen austoben des linksmobs interessiert mich by the way schon, was deine mitverfasserinnen über so freimütige relativierungen eures papers denken - zumal du in der konsequenz concrete head nun nichts mehr entgegensetzen kannst: was soll geschwafel davon, 'dass sachverhalte auch zweischneidig, ambivalent sein können und von daher keine ja/nein-lösung möglich ist' ? so im relativismus angekommen, wirds politisch beliebig - in den ausführungen zur von autonomer seite angeblich nicht-geübten kritik am deutschen militarismus zudem wieder besseres wissen sachlich falsch. das wiedermal heraufbeschworene bild vom sich 'austobenden linksmob' ist zudem eine frechheit den menschen gegenüber die (mit einigem erfolg) versucht haben, auf der angesprochenen veranstaltung zu intervenieren... |
Borstel
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 27. August 2003 - 13:53 Uhr: | |
@ shalala Glaub ich nicht. Das tobt sich hier aus. ;-) |
Perry
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 27. August 2003 - 13:54 Uhr: | |
ich fand meinen beitrag über die BAHAMAS überhaupt nicht deplaziert, sondern er war die antwort auf a) das papier, das der sinistra ernsthaft zum vorwurf macht, dass sie jede identifizierung mit der BAHAMAS brüsk von sich weise, b) den beleidigungen von concrete head gegenüber nominalist, in denen er abstreitet, dass die BAHAMAS für positionen steht, die, um es vorsichtig auszudrücken, rassistisch sind. die art und weise, wie ich daraufhin attackiert wurde, bestätigt meine analyse nur: dass ein racket seine einzelnen mitglieder gegen kritik verteidigen muss (und dies in der regel durch schläge unter die gürtellinie des kritikers erfolgt). der zusammenhang für die debatte ist natürlich der, dass das papier oben in seiner analyse gar nicht mal so falsch liegt, würde es nur seine verteidigungsrede gegenüber rassisten ebenso als identitäre entlastungsarbeit erkennen. im übrigen: ich denke, dass ich den text von lea lichtenberg und uli krug, sobald ich ihn habe, einscannen und hier auf dem forum posten werde. dann können wir ganz frisch und frei allein darüber reden, und ich denke, hier werden sich noch einige verbiegen, um die aufkündigung ihrer loyalität dieser gruppe gegenüber zu vermeiden, also dasselbe tun wie das, was sie gerade anderen vorwerfen. |
s_dn
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 27. August 2003 - 14:02 Uhr: | |
keine ahnung was die mitverfasserinnen dazu meinen, davon kann ich meine einstellung ja schlecht abhängig machen. deswegen rede ich noch lange nicht concrete head nach dem mund, im gegenteil, die von dir zitierte stelle war ja gerade ein vorwurf an sie, nämlich dieses dualistische denken aufzumachen. mein kommentar zielte ja genau darauf, die gratwanderung zwischen reintegration und gnadenlosem abdissing anzudeuten. was daran beliebig sein soll, verstehe ich nicht. es ging auch nicht darum ob von autonomen oder sonstwem mal widerspruch zur brd-außenpolitik geübt wurde, sondern um eine generelle beschreibung des zustandes der deutschen linken, die nun mal in ihrer mehrheit lieber gegen bush und für schröder als umgekehrt demonstriert. dass die aussage nicht jeden einzelfall abdeckt, sollte klar sein. mit dem linksmob waren natürlich nicht die genossinnen gemeint, die im ex versucht haben, die schlägerinnen und deren unterstützung anzuprangern, sondern die mehrheit der anwesenden, die nach einem brutalen übergriff auf pro-israelische blablas nix besseres zu tun hatten, als die sinistra abzudissen und sich (wie mir berichtet wurde, durfte ja selbst aus den bekannten gründen nicht anwesend sein) zum teil in geifernden anklagen ergingen, die zumindest von einer beobachterin mir im nachhinein als "an pogromstimmung erinnernde" beschrieben wurde. da ich heute nicht mehr ins internet komme, kann ich auf eventuelle repliken erst morgen eingehen. |
zaphod
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 27. August 2003 - 14:52 Uhr: | |
@perry Ich fange mit b) mal an: "Nominalist" hat nicht etwa irgendwelche "Positionen" der Bahamas zum besten gegeben, sondern reihenweise denunziatorischen Unsinn erzählt, der auch (logischerweise :-)) nicht belegt wird. - Was Du, lieber Perry, im übrigen auch nicht tust - Insofern bringt die polemische Antwort von Concrete Head dieses phantasierte Bild der Hölle lediglich auf den Punkt. zu a): Dir noch mal zur Erklärung: Es ging am wenigsten im Papier darum, irgendwelche Äußerungen einer Berliner Zeitschrift zu verteidigen. Nur: wenn ich mich (wie auf dem Ex-Plenum) einem Haufen sich ereifernder "echter" Linker gegenüber sehe, die mich penetrant auffordern, mich davon oder hiervon zu distantzieren, dann werde ich den Teufel tun, sondern eher noch sagen:"Ja, Bahamas find ich gut" WAS SONST? Das "tag"-Papier aber verfährt in einer Art nacheilenden Gehorsams, indem es diesen Zumutungen entspricht und sagt: "Mit denen haben wir nichts zu tun" Ja mehr noch, behauptet wird die "Betroffenen" hätten damit nichts zu tun, was faktisch nicht nur einfach falsch ist, sondern einfach eine vereinnahmende Unverschämtheit. Im dem Moment, wo es um die antisemitische Gewalt im linksautonomen Haus und Hof geht, ist das letzte, was ich tue (egal was ich von der bahamas halte) mich vom projizierten Feindbild der Schläger zu distanzieren. Der "Heile..."-Text sagt nichts anderes. |
Perry
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 27. August 2003 - 15:11 Uhr: | |
zu a) hierzu ist ein neuer thread veröffentlicht worden. insofern verstehe ich nicht, wie du von einem mangel an belegen sprechen kannst. zu b) die sinistra hat sich dem zwang, sich zu distanzieren, ja gerade nicht gebeugt, was man gut nachvollziehen kann. mehr noch: sie hat die ausübung dieses zwangs als ticketdenken geoutet. dass sie ihr argument, es handle sich um ticketdenken, in einem papier hinterher mit dem hinweis bekräftigt, dass sie IN DER TAT schon immer ein kritisches verhältnis zu dieser zeitschrift gepflegt hat, ist ihr wohl kaum zum vorwurf zu machen. jede verteidigung der BAHAMAS in diesem kontext würde den konflikt meines erachtens nur als streit zwischen zwei "linken" strömungen labeln, genau so, wie sich die verfasserInnen des obigen papiers die auseinandersetzung auch vorstellen. |
Nominalist s!
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 27. August 2003 - 17:59 Uhr: | |
Was ich an dieser Fraktion, die weder ein Teil der Linken noch der deutschen Gesellschaft ist, so interessant finde, ist nicht, dass sie dumm sind (sind sie ja gar nicht), sondern dass sie programmatisch dumm sind. Ihre Positionen sind nicht einfach so einseitig, sie sollen einseitig, sie dürfen nicht differenziert sein. Ebenso wird sich - "egal, was ich persönlich davon halte" - von dieser Zeitung da nicht distanziert, weil es die anderen fordern. Das ist nicht einfach identitär, sondern trotzig bekennend identitär. das racket vollzieht sich also nicht hinter den Rücken, sondern bei vollem und hellem Bewusstsein. Was aber regelrecht tragisch ist, ist der Umstand, dass hier immer wieder die gleiche Linke konstruiert wird, gegen die sich schon in den frühen 90ern abgegrenzt wurde. Und es kann einfach nicht zur Kenntnis genommen werden, wie eben diese Kritik ihren Gegenstand, eben diese Linke, verändert hat. Ich finde das gilt auch für dich, s_db Die Hegemonie hat sich doch verschoben. Weder ist Antisemitismus ein Thema über das in der Linken nicht diskutiert würde, noch sind diese Antideutschen gerade die marginalste Fraktion innerhalb der radikalen Linken. Und wer war denn auf den Demos für Zwangsarbeiterinnenentschädigung oder besipielsweise in MIttenwald? Eben diese "Linken". Also Bitte. Aber um den eigenen Status als einsame, machtlose Rufer zu erhalten, wird sich einfach aus der Linken rausdefiniert und schon sieht es wieder ein bisschen schlechter aus.. Als Mitglied der sinistra hätte ich mir gewünscht, dass ihr euren Bruch etwas konsequenter vollzogen und Schluss gemacht hättet mit diesem taktischen und Praxis fetischisierenden Interventionismus. Statt dessen hättet ihr endlich einsehen können, dass sich: "mit denen nicht mehr reden lässt." |
samahab
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 27. August 2003 - 18:55 Uhr: | |
scheinbar haben jetzt zwei leute von der sinistra sich geäußert. schon dass sie sich in dankenswerter offenheit aufeinander beziehen spricht bände bezüglich der kuschligkeit in der man sich mittlerweile eingerichtet hat. dises linksdeutsche abgrenzungsbedürfnis (ich würde ja wahn schreiben, wenn ich dürfte ist eigentlich das papier nicht wert auf dem es steht und bedarf keiner weiteren erörterung. aber eines machen die beiträge von s_dn und nominalistin klar: diese gruppe hat den anschluss ans vaterland wieder gefunden. seit je her haben kritische intellektuelle diesen anschluss über die vermittlung der "linken" vollzogen. und eben dies trifft auf die sinistra zu, braucht ihr aber nicht mehr vorgeworfen werden, denn die begrüßenswerten entwicklungen sind schnee von gestern. und sie weiß selbst am besten, wo sie steht: "links" |
Bärbel
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 27. August 2003 - 19:09 Uhr: | |
Wat isn dit für ne Kritik, "Kuschelei"? Den Vorwurf könnte man an die "Inzest"-antideutschen Gruppen, genau so wie an den "Gegenstandpunkt" oder an ATTAC richten, weil innerhalb deren jeweiligen Spektren geschlossen agiert wird...da kann man dann Ping-Pong mäßig sich Tage lang sagen "Du Kuschelsonstewas" pfff! Es geht doch darum, zu klären, ob das, was gesagt wird, Erkenntnis und Wahrheit bringt und nicht, ob dabei gekuschelt wird. Aber eigentlich wurde das alles schon durch die "Racket-Disko" gesagt. Ich finde das echt langweilig und das klingt alles nach den Streits in meiner Familie, wo einer den anderen ausspielt. Bleib Du samahab u.a. doch mal am Gegenstand. |
gretel
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 27. August 2003 - 19:29 Uhr: | |
ach diese geschichte von wegen "abschied aus der linken" ist doch so alt wie diese selbst. gewisse leute, wie zb. das bündnis gegen ig-farben, haben das schon weit institutionalisiert, dass sie sich traditionell jedes jahr von der linken verabschieden. aber trotzdem habe ich noch nie mitgekriegt, dass sie versuchen würden ihre texte etwa beim bornheimer kegelverein unterzubringen. dabei würde sie mir das viel sympathischer machen. eigentlich ist es doch ganz einfach: weil links von links nichts ist, ist, wer nicht links ist, rechts. na also....  |
hippie
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 27. August 2003 - 23:03 Uhr: | |
was habt ihr miesepetras denn alle gegens kuscheln? |
Perry
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 28. August 2003 - 02:27 Uhr: | |
Ich habe im nachfolgenden Thread eine Passage aus dem Artikel von Lea Lichtenberg und Uli Krug in aller Auführlichkeit zitiert. Ich möchte, dass es alle lesen, die die BAHAMAS noch immer gegen den Vorwurf des eliminatorischen Rassismus verteidigen, damit sie hinterher nicht sagen können: "Aber davon habe ich nichts gewußt!" http://www.copyriot.com/sinistra/discus/ messages/6/57.html |
hm
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 28. August 2003 - 10:43 Uhr: | |
kill all hippies! lumpenpack! |
sdn
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 28. August 2003 - 12:06 Uhr: | |
@ samahab: ach ja, wenn zwei beiträge sich aufeinander beziehen nennt mensch das heutzutage kuscheligkeit? wenn nominalist mich kritisiert, weil ich die linke zu hart anginge, haben wir trotzdem beide den anschluss ans vaterland gefunden? und wo entdeckst du bei mir linksdeutsches abgrenzungsbedürfnis? ach, eigentlich will ich es gar nicht so genau wissen. |
|