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A3
| | Veröffentlicht am Sonntag, 23. November 2003 - 00:04 Uhr: | |
Auf die Nase... Am Dienstag, den 17.11.03,während dem Antimaniax-Rejected-Konzert in der Oetinger Villa in Darmstadt kam es zu einem gewaltsamen Übergriff. Zwischen 23.00 Uhr und 23.30Uhr wollten zwei Personen die Villa verlassen. Auf dem Weg fielen ihnen im Eingangsbereich Parolen an der Wand auf. Zum einen "Viva Palästina" und zum anderen "Kampf dem Zionismus und Antisemitismus". Wegen erheblicher inhaltlicher Differenzen wurde in letzterer Zionismus mit einem Anti- ergänzt (bitte im Kontext lesen!) und über die erstgenannte "LANG LEBE ISRAEL" geschrieben. Daraufhin reagierte ein umstehender Besucher, der aus einer Gruppe Männern recht sicher und schlagartig auf aggressive und aufdringliche Weise fragte "Bist du auch so eine Spaltersau?". Auf Antwort wartend unterstützte er seine Gestik durch Handgreiflichkeiten. Der in Rage gekommene Mann wurde aufgefordert Bedrohungen jeglicher Art zu unterlassen. Auf einer solchen Basis ist es nicht möglich eine inhaltliche Diskussion zu führen, weshalb die Bedrohten gehen wollten. Auf dem Weg zum Parkplatz wurden sie jedoch von dem Angreifer verfolgt. Dieser wurde erneut aufgefordert sein bedrohliches Auftreten einzustellen. Unvermittelt schlug er als Reaktion einer der Personen seinen Kopf auf die Nase. Nachdem klar war, dass sich sein Gegenüber nicht auf eine körperliche Auseinandersetzung einlassen würde, zog sich der Schläger in das Kollektiv der Kameraden zurück. Diese erzählten dem Angegriffenen er solle nicht so einen Aufstand machen, da er noch stehen würde, die Brille noch ganz sei und ja gar kein Blut zu sehen sei. All dies wurde von einem umherstehenden Publikum belacht, was den Männerhaufen ermunterte weiter "Witze" zu reißen. Der Schläger ließ gar verlauten, dass sein Opfer noch froh sein könne, dass es noch laufen kann, denn wenn er gewollt hätte würde sein gegenüber als Pfannekuchenhaufen vor der Tür liegen. All dem nicht genug bestärkte er sein Motiv für die Tat durch "du brauchst dich gar nicht zu wundern, wenn du für Israel bist..-äh..-die haben ja bei den Nazis gelernt". Vor der Eskalation der Situation wurde den "Spaltersäuen" vorgeworfen: "Mühsam aufgebaute, langjährig (bestehende), linke Strukturen macht ihr kaputt!" An diesem Übergriff ist erneut zu erkennen, dass keine Bereitschaft vorhanden ist genau diese "linken Strukturen" zu überdenken und kritisch zu reflektieren oder richtigerweise in Frage zu stellen. Heißt "Linkssein" etwa Menschen mit inhaltlich abweichenden Standpunkten durch derartige Methoden mundtot zu machen? Wir denken, dass Leute mit emanzipatorischen Ansprüchen nicht an "langjährig (bestehenden) linken Strukturen festhalten können. Aus unserer Sicht ist dieses identitäre "Linkssein" abzulehnen, welches es dem Anschein nach mit allen Mitteln und Methoden zu erhalten gilt. Was sogenannten "Spaltersäuen" passiert, wurde am Dienstag rhein-main-typisch deutlich. (siehe Vorfälle ähnlicher Ausprägung im Café Exzess oder im linken "Wohnprojekt AU") Doch die Schuldzuweisung war schon am Dienstag abend innerhalb des Männerbundes klar, als dem Opfer entgegengeschmettert wurde: "Du hast es ja provoziert, wenn du so einen Israel-Kram hier hinschreibst!" An dieser Stelle halten wir es für notwendig, dass die Oetinger Villa klar Stellung bezieht und sich vor allem mit Antisemitismus, der sich auf linksdeutsch eher als Antizionismus tarnt, auseinander setzt. Auf dass die Fetzen fliegen... *** Dieser Text wurde am 21.. November bereits ins Gästebuch der Oetinger Villa (http://www.oetingervilla.de/index2.html ) gepostet, um eine Diskussion anzuregen. Weder eine Stellungnahme der Villa, noch eine inhaltliche Auseinandersetzung kam zustande; Anscheinend werden die Thematik und die Betroffenheit der Opfer dort bewusst nicht wahrgenommen, heruntergespielt oder verhöhnt.
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P.E.T.
| | Veröffentlicht am Sonntag, 23. November 2003 - 17:03 Uhr: | |
Nun ist der Szenedisput, nachdem er sich in Frankfurt langsam wieder beruhigt hat, nun auch endlich auch in der tiefsten Provinz angekommen... |
nn
| | Veröffentlicht am Sonntag, 23. November 2003 - 19:12 Uhr: | |
@Gisela Vielleicht die Reduktion der zweifelsohne ( und auf jeden Fall nicht nur von Israel) unterdrückten PalestinenserInnen auf ein nationales Konstrukt? Vielleicht, daß diese Bezugnahme auf dieses Konstrukt, ähnlich wie bei "lang lebe Israel" die lebendigen Menschen und ihr Recht auf ein freies Leben ohne Angst und Unterdrückung eben diesem Konstrukt opfert? Es ist in diesem Zusammenhang sicherlich kein Zufall, daß von den üblichen ExponentInnen in der I/P-Diskussion auf der Parolenebene sich gerade nicht auf Menschen, sondern auf Staaten bezogen wird und das Menschen nur dann interessieren, wenn ihr Leid dazu instrumentalisiert werden kann, die Gegenseite zu diskreditieren - Nationalismus eben.
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dickdarm
| | Veröffentlicht am Sonntag, 23. November 2003 - 22:47 Uhr: | |
aus den sinistra-news: "nach einem konzert in der selbstverwalteten "oetinger villa" wird ein israelsolidarischer linker beim verlassen des hauses zusammengeschlagen. sein vergehen: die inhaltliche ergänzung einer antisemitischen wandparole. seine antisemitische weltanschauung unterstreicht der schläger anschließend noch durch das bekenntnis: "du brauchst dich gar nicht zu wundern, wenn du für Israel bist - die haben ja bei den nazis gelernt" von der oetinger villa ist bislang noch keine stellungnahme bzw die ankündigung von konsequenzen bekannt. ob dies geschehen wird, bleibt natürlich fraglich, hat doch die oetinger villa ihre räumlichkeiten auch jahrelang für dark-wave veranstaltungen zur verfügung gestellt, auf denen regelmäßig tracks offen antisemitischer und nationalsozialistischer bands (rasthof dachau, der blutharsch, death in june, blood axis, uvm.) zu hören waren. auf eine anfrage frankfurter antifaschisten reagierte die villa damals bezeichnenderweise nicht mit einem rauswurf der grufties aber mit der weiterleitung von namen und e-mail-adressen der antifaschisten an die veranstalter des schwarz-braunen kulturevents..." |
Fragender
| | Veröffentlicht am Montag, 24. November 2003 - 14:21 Uhr: | |
Wieso werden hier eigentlich Kommentare bzw gestellte Fragen wie beispielsweise die von Gisela, die anscheinend nicht ins Weltbild der sinistra-Moderatoren passen, zensiert? |
sdn
| | Veröffentlicht am Montag, 24. November 2003 - 15:11 Uhr: | |
@ fragender: im allgemeinen werden hier nicht ins weltbild passende fragen zensiert, weil es sich nun mal, wie schon oft gesagt, um kein radikaldemokratisches freespeechporjekt handelt, wo jede ihren müll abladen kann. im spezifischen falle wurde giselas frage von mir gelöscht, weil ein linksdeutsches "viva palestine" keine verhandelbare position ist. |
Gisela
| | Veröffentlicht am Montag, 24. November 2003 - 19:00 Uhr: | |
Meinetwegen kann man sich auch für die Palestinenser einsetzen ohne für sie gleich ein eigenes Land zu fordern. Aber ich schätze, das würde einigen auch nicht passen. Woran liegt's? |
mööp
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 26. November 2003 - 21:29 Uhr: | |
ich find den übergriff ziemlich scheiße, wie auch dir übergriffe im ex und der au, einfach aus dem grund weil das ja genau spaltung ist, linken die bei diversen themen andrer meinung sind einfach auf die fresse zu haun hatte auch so das gefühl das der/die berichterstatterin so auch sieht. nun sagt hier aber sdn "viva palestine" sei keine verhandelbare position. AHA! also doch lieber andersdenkenden linken aufs maul??? |
cc
| | Veröffentlicht am Freitag, 28. November 2003 - 00:13 Uhr: | |
da steht im index was von einem beitrag von think vom 27.11. wo ist der zu finden ?oder ist der zensiert? |
thought
| | Veröffentlicht am Freitag, 28. November 2003 - 08:38 Uhr: | |
In welchem Index?? Ich find kein "think"! |
sdn
| | Veröffentlicht am Freitag, 28. November 2003 - 14:50 Uhr: | |
der beitrag wurde von mir gelöscht, weil er mit keinem wort auf das eingansposting einging, sondern nur völlig kontextlos über die "spaltersäue" von der insel herzog. |
oettinga
| | Veröffentlicht am Freitag, 28. November 2003 - 15:57 Uhr: | |
Letzte Woche Dienstag kam es in der Villa zu einem gewalttätigigen Übergriff. Stellungnahme des Hausrats für den Flyer: Übergriff in der Villa Beim Antimaniax/Rejected-Konzert letzten Monat kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen einem Konzertbesucher und zwei in der Villa aktiven Menschen, die zu einem gewalttätigen Übergriff auf einen der beiden führte, der explizit antisemitisch begründet wurde. Auslöser war das Schreiben von ?Lang lebe Israel? als Entgegnung auf ein ?Viva Palästina?. Unabhängig davon, daß wir zum Konflikt zwischen Israelis und PalästinenserInnen verschiedene Positionen haben, sind die im JuKuZ Aktiven nicht bereit Schläge als Auseinandersetzungsform unter Linken zu akzeptieren, gerade bei diesem Thema nicht. Links sein bedeutet mehr, als nur gegen Nazis zu sein! Wir wollen Euch nicht mehr in der Villa sehen! |
cc
| | Veröffentlicht am Sonntag, 30. November 2003 - 11:08 Uhr: | |
an sdn: was meinsten für ne insel?ausserdem kann sich darüber ja wohl die werte leserschaft selbst ein urteil bilden . |
mrs adornix
| | Veröffentlicht am Sonntag, 30. November 2003 - 11:13 Uhr: | |
Zwar wird der Übergriff explizit als antisemitisch bezeichnet, danach aber indifferent über 'verschiedene Positionen' geredet - um den Distinktionsgewinn zu den 'Nazis' gerade noch hinzubekommen. Warum endet die Stellungnahme nicht mit einer klaren Positionierung gegen Antisemitismus *, anstatt den Konflikt wieder mal als (zugegeben unerwünschte) Hauerei/Übergriff unter einzelnen zu personalisieren ? *) Keine Selbstverständlichkeit für einen Veranstaltungsort, der immerhin im offen nazistischen Teil der Darkwave-Szene mit Topics wie 'Rasthof Dachau - Endstation Wannsee' beworben wurde. |
sdn
| | Veröffentlicht am Sonntag, 30. November 2003 - 13:01 Uhr: | |
im guestbook der oettinger villa ist jetzt auch eine "stellungnahme" des schlägers zu finden, sehr kurz, sehr lächerlich und mit einer drohung am schluss ("wir kommen wieder") verknüpft. scheiss identitätslinke, scheiss fussballhooligans! @ cc: insel=bahamas |
@sdn
| | Veröffentlicht am Sonntag, 30. November 2003 - 14:21 Uhr: | |
Ich verfolge euere Diskussionen nur still am Rande, aber was ist ein Identitätslinker? |
sdn
| | Veröffentlicht am Dienstag, 02. Dezember 2003 - 12:14 Uhr: | |
identitätslinke: menschen die sich einmal entschieden haben links zu sein und danach im großen und ganzen den denkprozess eingestellt haben. neben floskelhaften bekenntnissen zu den diversen antis tun sie sich vor allem durch das schlagen von bullen, nazis und antideutschen hervor. bestes beispiel: das au-milieu. |
torsun-homie
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 03. Dezember 2003 - 10:56 Uhr: | |
Offener Brief von egotronic zum Übergriff auf einen Genossen in der Villa: Nachdem es in der Frankfurter Au vor längerer Zeit so einen Vorfall gab, ist es jetzt auch in der Villa passiert. Ein Mensch, der sich entschieden gegen Antisemitismus äußert und sich deshalb, wie es der Sachverhalt konsequenterweise fordert, mit Israel solidarisiert, wurde von einem dummdeutschen Prollo der nicht mit Worten, dafür umso besser mit den Fäusten, umgehen kann in bester Mackermanier angegangen. Wie die Villaaktivisten und Aktivistinnen richtig festgestellt haben wurde diese Attacke „antisemitisch begründet“. Umso unverständlicher erscheint mir deshalb warum die ganze Situation im weiteren Text zu einer Meinungsverschiedenheit bagatellisiert wird, als ob man in einem selbstverwalteten Kulturzentrum das einen emanzipatorischen Anspruch für sich erhebt im Punkto Antisemitismus geteilter Meinung sein könne. Dieser Brief richtet sich an all jene, bei denen sich der Antisemitismus noch nicht zu einem geschlossenen Wahngebilde gefestigt hat und bei denen deswegen noch nicht Hopfen und Malz verloren ist. Wer es mit der Bekämpfung des Antisemitismus ernst meint, kommt definitiv nicht umhin sich mit Israel zu solidarisieren, zumal dies der einzige Ort ist an den sich weltweit von Antisemitismus Verfolgte ganz unbürokratisch hinflüchten können. Selbstverständlich muss dieses Land militärisch gut ausgerüstet sein um Attacken, die es leider fast täglich gibt, wirkungsvoll abwehren zu können. Aus diesem Grund gilt es die militärischen Aktionen der israelischen Armee als das wahrzunehmen was sie sind, nämlich als Notwehr gegen einen eliminatorischen Antisemitismus, der Vernichtung der Vernichtung wegen praktiziert und der in den palästinensischen Autonomiegebieten einen erschreckenden Rückhalt genießt. Aber so ist es nun mal in Deutschland. Es wird sich so lange mit Juden solidarisiert wie sie als Opfer fungieren und man sie deswegen betrauern kann, aber wehe sie beginnen sich zu wehren, dann wird ihnen auch von deutschen Linken ganz schnell die Solidarität entzogen. Das ganze firmiert dann gerne unter dem Label des sogenannten „Meinungspluralismus“, der wahrscheinlich nirgendwo mehr fehl am Platz ist als eben bei dieser Thematik. Einer der dies wahrnimmt und es ernst meint mit der Emanzipation des Menschen wurde in eurem Laden genau deshalb angegriffen und dann noch als „Spalter“ beschimpft. Aber genau darum geht es: wenn es notwendig ist zu spalten und eben nicht an einer linken Kuschelromantik zu kleben, und das ist definitiv der Fall, dann sollte es getan werden und die Leute, wie der Angegriffene , die dies tun, müssen vor üblen reaktionären Spinnern, wie dieser Schläger einer ist, in Schutz genommen werden. Genau ihnen, denen der Individualismus wichtiger ist als irgend eine sowieso immer bekämpfenswürdige Gemeinschaft muss unsere Solidarität gelten. Es kann also nicht sein, dass der Schläger weil er zugeschlagen hat Hausverbot kassiert, sonder weil er reaktionär, antisemitisch, antiemanzipatorisch und somit politisch absolut inakzeptabel ist. Hier gilt es ganz klar Stellung zu beziehen! Dies muss der minimale Konsens in so einem Laden, wie ihr in betreibt sein, sonst gebt ihr jegliche Glaubwürdigkeit auf und stellt euch selbst eine politische Bankrotterklärung aus. In diesem Sinne: Gegen Antisemitismus und sein Chiffre, den Antizionismus! Solidarität mit Israel! Torsun von egotronic p.s.: kurz nach erscheinen dieses briefes gab es schon die ersten gewaltandrohungen gegen meine person... |
angucken
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 03. Dezember 2003 - 11:42 Uhr: | |
egotronic fanclub berlin: http://www.megapeng.net/egofan2.html |
anti.gegen.anti
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 03. Dezember 2003 - 13:16 Uhr: | |
zitat torsun: "Wer es mit der Bekämpfung des Antisemitismus ernst meint, kommt definitiv nicht umhin sich mit Israel zu solidarisieren..." danke das egotronic mir die welt erklären, und gleich festlegen wie ich zu denken habe, will ich nicht als antisemit entlarvt werden. das ist es was mich bei den antideutschen so nervt, dieser absolute anspruch nur durch unterstützung eines nationalstaats (israel) der einzig wahre anti-antisemit zu sein. noch was:"Selbstverständlich muss dieses Land militärisch gut ausgerüstet sein um Attacken, die es leider fast täglich gibt, wirkungsvoll abwehren zu können" -- ich bin kein pazifist, aber in diesem fall empfehle ich torsun doch selber dort rumzuballern, anstatt berufskiller die "drecksarbeit" machen zu lassen, wenn du meinst dies würde den konflikt lösen. falls dieser brief echt ist, ist er ein armutszeugnis für egotronic, denen ich mehr (intelligenz?) zugetraut hätte... |
Stephan
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 03. Dezember 2003 - 14:07 Uhr: | |
Der antisemitisch motivierte Angriff auf auf einen israelsolidarsichen Genossen in der Oetinger Villa wurde vom Plenum der Oettinger verurteilt und dem Schläger Hausverbot erteilt. Ich finde dies sehr erfreulich und ist leider überhaupt nicht selbstverständlich. Eine Auseinandersetzung mit Antisemitsmus findet in der Erklärung leider nicht statt und ob und wie sie ansonsten in der Oettinger geführt wird weiß ich nicht. Aus der Erklärung aber herauszulesen, dass Antisemitismus eine tolerierbare Position wäre, wie dies Torsun tut, ist schon arg bösartig. Die Pluralität bezieht sich auf Positionen zum Israel/Palästina-Konflikt. Die Notwendigkeit eines jüdischen Staates Israel aus den von Torsun genannten Gründen scheint mir evident. Selbstverständlich braucht Israel dazu eine starke Armee um sich vor (auch) antisemitisch motivierten Angriffen zu schützen. Der massive Antisemitisms in der palästinensischen Gesellschaft wird von vielen Linken immer noch ausgeblendet oder bestenfalls als bedauernswerte Irreleitung eines an sich legitimen Widerstandes banalisiert. Das macht aber noch nicht jede Operation der IDF zu einer Selbstverteidigungsaktion. Es gibt für die israelische Politik gegenüber den Palästinensern und für die anhaltende Besetzung der Westbank meiner Meinung nach ein Bündel von Motiven: 1. Selbstschutz (s.o.) 2. Bei enem Teil der Siedlerbewegung religiöse Motive. 3. Ein großer Teil der von Israel genutzten Wasserressourcen befindet sich in der Westbank und auf dem Golan. 4. antiarabische Denkweisen Zum Kuschelargument gibt es ja von der Gruppe PanK ein längeres Papier 16 Fußnoten für den Frieden www.antifa.frankfurt.org/au/pank.html, so dass ich darauf hier nicht näher eingehe. Im Gegensatz zu Torsun halte ich nicht allzuviel vom Individualismus, weil in ihm das eigene Glück über dass der Anderen gestellt wird und weil in ihm jenseits der gesellschaftlichen Bedingungen behauptet wird, jeder sei seines eigenen Glückes Schmied. Mein (auch individuelles) Glück kann nur durch die Aufhebung aller Verhältnisse, in denen der Mensch ein geknechtetes und gedemütigtes Wesen ist (also im Kommunismus), erreicht werden. Der Kampf dafür ist nur im Kollektiv möglich. Die Drohungen gegen Torsun müssen natürlich scharf zurückgewiesen werden. |
nick
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 03. Dezember 2003 - 17:23 Uhr: | |
Stephan, ich denke du unterstellst Torsun zu viel bürgerliche Theorie, die real nahezu entgegen der Praxis zu verorten ist. Das nicht erfüllbare Glücksversprechen in der bürgerlichen Rechtsordnung begehrt Torsun wohl kaum. Dennoch ist das Bevorzugen von Individualismus, statt der des Kollektivs, ein sehr sympathischer Gedanke. Keine Frage, dass das noch nicht erreichte Neue, die herrschaftsfreie Gesellschaft, nicht von wenigen einzelnen erreicht werden kann. Denn noch negiere ich die Notwendigkeit eines Kollektivs, denn dieses wäre der Grundgedanke jeder identitären Ideologie. Da es ein entschiedenes Ziel sein muss die kritische Reflektion durch die menschliche Ratio, welcher wiederum bei der Ideologiewerdung jeglicher Inhalte eine Absage erteilt wird, muss auch Individualität, soweit dies möglich ist bei der Stellung der Menschen als Rechtssubjekte, immer viel Bedeutung zugewiesen werden. Sonst kommt es sehr schnell, dass wir den Kommunismus anstreben, ohne die Maxime gesellschaftlich zu bewahrheitenden: "Jedem nach seinem Bedürfnis, jeder nach seinen Fähigkeiten". Da dieses Ziel in immer weitere Ferne zu rücken scheint ist es keinem Menschen zu verübeln wenn sie um den besten Brocken kämpft und er sich nicht für die Bewegung, die Partei oder eben das Kollektiv aufopfert. Vielmehr besteht die Notwendigkeit die Nation ihrem erbittertstem Gegner dem `Volk´ vorzuziehen, damit der Gedanke an den Kommunismus nicht kongressförmig den deutschen oder europäischen Ideologen geopfert wird. |
Wann
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 03. Dezember 2003 - 22:50 Uhr: | |
Für mich ist es sinnvoll, Individuum und Kollektiv als Gegenpole zu sehen, zwischen denen jeder Mensch ihre/seine Position finden sollte. In die Extreme zu fallen bedeutet jedoch auf der einen Seite, nicht mehr gemeinschaftsfähig zu sein (wobei der Mensch ein Gemeinschaftswesen ist, sie/er also sich selbst, sozialer Kontakte beraubt, vernichtet) und auf der anderen, sein eigenes Bewußtsein dem Kollektiv hinzugeben, sich also auch selbst auszulöschen. Klar ist es möglich, innerhalb eines kleinen, homogenen Kollektivs zu überleben, doch dann beraube ich mich der Chance, mehr zu begreifen als nur das, was ich mir schon vorher gedacht habe. Insofern sind nur gemeinsame Friedensinitiativen von beiden Seiten einer "Befriedung" in Differenz förderlich. Das Umbringen des Feindes (was eben auch schon ein ideologiegeprägtes Wort ist) ist kein Fortschritt, keine Erhöhung der eigenen Sicherheit, es bleibt die Angst vor einer Wiederholung: Freiheit stirbt mit Sicherheit. Dementgegen kann nur in Gemeinschaft Freiheit zu Sicherheit werden. (Ohje, das klingt viel zu pathetisch, aber ich kann es gerade nur so ausdrücken.) |
Wann
| | Veröffentlicht am Freitag, 05. Dezember 2003 - 02:34 Uhr: | |
Hey, was ist los, wo bleibt die Idee, der Wille zur Diskussion, die Auseinandersetzung? ODER ÜBERLEGT IHR NOCH ALLE? |
Stephan
| | Veröffentlicht am Freitag, 05. Dezember 2003 - 14:56 Uhr: | |
@Nick: Ich wollte nichts unterstellen. Aber da ich Torsun nicht kenne (das ist halt ein nachteil an Forumsdiskussionen) habe ich "Individualismus" ersst mal in seiner allgemein gebräuchlichen Bedeutung verstanden. Und da ist es entweder Teil einer liberal-bürgerlichen Ideologie oder, seltener, eine individual-anarchistische Position. In beiden Fällen bin ich nicht einverstanden. Ich bin von der Notwendigkeit verbindlicher Organisierung überzeugt. Selbstverständlich darf es dabei keine Unterordnung des Individuums unter das Kollektiv geben. und es geht mir ganz sicher nicht um "ein kleines, homogenes Kollektiv" (Wann) das am Ende nur in Psychostress und/oder Sektiererei ausarten kann. Vielleicht reagiere ich auf den Begriff "Individualismus" ja auch nur deshalb so empfindlich, da mir die Vereinzelung vieler Linker und von mir selbst derzeit die größere Gefahr zu sein scheint, als eine Überorganisierung und kollektiver Gruppenterror. Wie eine solche Organisierung laufen kann, die ofen ist und trotzdem nicht in Beliebigkeit verfällt, die mit Hierarchien offen umgeht und verssucht sie auszugleichen, ist eine wichtige und ungelöste Frage. War jetzt nur eine kurze Antwort, da ich gerade keine Zeit mehr habe. Wollte nur trotzdem auf die Reaktionen zu meinem Beitrag reagieren. |
da-die-zweite
| | Veröffentlicht am Montag, 15. Dezember 2003 - 16:44 Uhr: | |
aus dem gästebuch der ötinger villa: Bevor hier wieder falsche Gerüchte wild wuchern: Niemand hat auf´s Maul gekriegt! Es war "lediglich" so, daß irgendein Depp aus Provogründen meinte, ein paar Sprüche im Vorraum anbringen zu müssen (u.a. "Israelfotze, noch ein paar andere Sexismen, eine SS-Rune war auch mit dabei...) Als jemand kam um diesen Müll zu übermalen, begann ein Mann uns mehrfach als "Linksfaschisten" zu bezeichnen. Daraufhin wurde er aus dem Haus gedrängt. "Domi" machte halt den Fehler, zwischen den Köpfen der Leute, die den anderen hinausdrängten,hindurchzugreifen. In der doch etwas angespannten Situation führte dies halt dazu, daß er weggeschubst wurde. |
Antifa-DA
| | Veröffentlicht am Dienstag, 16. Dezember 2003 - 16:00 Uhr: | |
Ich will nur kurz anmerken, dass dieses geschmiere auch vom nicht-antideutschen teil der Darmstädter Linken in keinster weisse gutgehiesen oder toleriert wird. Es ist ein gewaltiger unterschied ob man nur nicht israelsolidarisch ist oder sprüche wie den ablässt.
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